Kindertransport

Im Zweifel sind Kleinkinder in einem Fahrradkinderanhänger besser aufgehoben. © Falk Richter

Kindertransport

 

Wenn Eltern ihre Kinder in einem Tragetuch oder in einer Rückentrage am Körper statt in einem Kindersitz auf dem Fahrrad befördern, sollten sie bedenken, dass Hersteller in Gebrauchsanweisungen unter anderem das Radfahren ausschließen.

 

Gesicherte Erkenntnisse über eine Gefährdung durch die Kindermitnahme am Körper sind zwar nicht bekannt, aber im Zweifel sind Säuglinge in einer Babyschale eines speziellen Kindertransportrads oder Fahrradkinderanhängers besser aufgehoben.

Wenn Hersteller von Babytragen und Tragetüchern in den mitgelieferten Gebrauchsanweisungen deren Nutzung beim Radfahren ausschließen, sollten Eltern das beachten.

Warnungen und Verbote beachten

Wird eine Warnung oder ein ausdrückliches Verbot des Produzenten nicht beachten, kann Eltern ein grobfahrlässiges Mitverschulden an den Unfallfolgen zur Last gelegt werden. In der Folge können Schadensersatzansprüche des Kindes gekürzt werden – bei bleibenden Beeinträchtigungen mit finanziellen Folgen für sein ganzes Leben.

Ist keine Gebrauchsanweisung vorhanden, kann den Eltern aber kein Mitverschulden angelastet werden. Richtungsweisenden Charakter hat hier ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Celle in einem ähnlich gelagerten Fall. Darin ging es zwar um einen Unfall eines 17-jährigen, der einen Fünfjährigen in einem Kindersitz auf dem Fahrrad mitnahm.

Gebrauchsanweisung nicht mitgeliefert

Der Mutter des verletzten Kindes konnte aber mangels einer Gebrauchsanweisung nicht vorgeworfen werden, sie hätte sich bewusst oder in fahrlässiger Unkenntnis über Sicherheitshinweise des Herstellers hinweggesetzt. So erhielt ihr Kind vom Unfallverursacher vollen Schadensersatz (Az. 14 U 179/07).

Der 17-jährige Fahrer hatte einen Zusammenstoß mit einer Straßenbahn verschuldet, bei dem das Kind schwer verletzt wurde. Die Haftpflichtversicherung des Fahrers meinte, die Mutter habe ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt und den Schaden grobfahrlässig mit verursacht, weil ihr Sohn mit 25,5 Kilogramm für den vorn angebrachten Kindersitz zu schwer gewesen sei.

Die StVO bestimmt jedoch nur, dass das Kind unter sieben Jahre und der Fahrradfahrer über 16 Jahre alt sein müssen. Beide Bedingungen seien erfüllt gewesen, urteilten die Richter. Die DIN-Norm für Kindersitze sieht außerdem ein maximales Körpergewicht von 15 Kilogramm auf dem vorderen Kindersitz vor. Das konnte die Mutter aber ohne Bedienungsanleitung nicht wissen.

 

Verwandte Themen

Fahrradfreundlicher Arbeitgeber

Fahrradfreundlicher Arbeitgeber

Immer mehr Unternehmen setzen auf Fahrradfreundlichkeit.

In Niedersachsen haben bisher sechs Betriebe das Zertifikat…

Fahrradampel

Verkehrsregeln mehrsprachig

Der ADFC stellt einen mehrsprachige Flyer zu Verkehrsregeln zur Verfügung.

Mädchen auf Rädern

"Sicher auf dem Fahrrad"

Fahrradfahren kinderleicht

Radfahrerin im dichten Verkehr.

ADFC Radfahrschulen für Erwachsene

Die ADFC-Radfahrschulen bringen Menschen aufs Fahrrad und vermitteln Freude am Fahrradfahren

https://niedersachsen.adfc.de/artikel/kindertransport-8

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC Niedersachsen?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 200.000 Mitgliedern, davon ca. 22.000 in Niedersachsen, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

    weiterlesen

  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

    weiterlesen

  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

    weiterlesen

Bleiben Sie in Kontakt